Wissenschaft·30. Januar 2025

Myokine: Die unsichtbaren Heiler des Krafttrainings

Muskeln sind nicht nur für Bewegung zuständig. Sie produzieren Botenstoffe — Myokine — die den gesamten Körper beeinflussen.

Wenn wir an Muskeln denken, denken wir an Bewegung. Heben, Schieben, Laufen. Aber Muskeln sind weit mehr als mechanische Werkzeuge — sie sind endokrine Organe. Sie produzieren aktiv biochemische Botenstoffe, die durch den Blutkreislauf transportiert werden und Organe, Gewebe und sogar das Gehirn beeinflussen.

Diese Botenstoffe heißen Myokine. Und sie sind einer der wichtigsten Gründe, warum Krafttraining weit mehr als "nur" Muskeln aufbaut.

Was sind Myokine?

Myokine sind Proteine und Peptide, die von Muskelzellen produziert und ausgeschüttet werden — vor allem während und nach körperlicher Aktivität. Die Forschung zu Myokinen ist noch relativ jung, aber die bisherigen Erkenntnisse sind bemerkenswert. Bislang wurden über 600 verschiedene Myokine identifiziert, viele davon mit gut verstandenen Wirkungsprofilen.

Die wichtigsten Myokine und ihre Wirkungen

Interleukin-6 (IL-6). IL-6 ist das am besten untersuchte Myokin. Während des Trainings steigt seine Konzentration im Blut stark an. Es wirkt entzündungshemmend, verbessert die Insulinsensitivität und fördert den Fettstoffwechsel. Chronische, niedriggradige Entzündung — ein Risikofaktor für Herzerkrankungen, Diabetes und viele andere Erkrankungen — wird durch regelmäßig ausgeschüttetes IL-6 aktiv bekämpft.

Irisin. Irisin wird als das "Fettverbrenner-Myokin" bezeichnet. Es aktiviert die Umwandlung von weißem Fettgewebe (Energiespeicher) in braunes Fettgewebe (Energieverbraucher), verbessert den Blutzuckerstoffwechsel und hat nachgewiesene entzündungshemmende Eigenschaften. Tierversuche deuten darauf hin, dass Irisin auch die Knochendichte verbessert.

BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor). BDNF wird sowohl vom Gehirn als auch von Muskeln produziert — und ist einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren für Nervenzellen. Höhere BDNF-Spiegel sind mit besserem Gedächtnis, schnellerem Lernen und reduziertem Depressionsrisiko assoziiert. Krafttraining und Ausdauertraining erhöhen nachweislich die BDNF-Ausschüttung.

FGF21 (Fibroblast Growth Factor 21). Dieses Myokin reguliert den Fett- und Zuckerstoffwechsel, verbessert die Insulinsensitivität und hat in Tierversuchen lebensverlängernde Effekte gezeigt.

Krafttraining als entzündungshemmende Medizin

Eine der bedeutendsten Erkenntnisse der Myokin-Forschung: Regelmäßiges Krafttraining wirkt systemisch entzündungshemmend. Nicht weil es Schmerzmittel produziert, sondern weil Myokine wie IL-6 die chronische, niedriggradige Entzündung — die sogenannte "Silent Inflammation" — aktiv reduzieren.

Chronische Entzündung ist heute mit einer Vielzahl von Zivilisationskrankheiten assoziiert: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer, Typ-2-Diabetes, bestimmte Krebsarten. Bewegung — insbesondere Krafttraining — ist eine der wirksamsten nicht-pharmazeutischen Interventionen gegen dieses Entzündungsgeschehen.

Praktische Konsequenz: Bewegen ist Biochemie

Die Myokin-Forschung liefert eine biologische Erklärung dafür, warum aktive Menschen gesünder, glücklicher und geistig fitter sind — und das über das gesamte Leben. Training ist keine Frage der Ästhetik. Es ist biochemische Notwendigkeit.

Bei Spree Intense Fitness wird Krafttraining als ganzheitliche Gesundheitsintervention verstanden — nicht als Zweck zum schönen Aussehen. Wer stark wird, gewinnt nicht nur Muskeln. Er gewinnt ein besser funktionierendes endokrines System, ein schärferes Gehirn und einen resilienten Körper.

Spree Intense Fitness · Berlin-Friedrichshain

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